HDPE, LDPE, PP, PVC… und was sich dahinter verbirgt – eine Materialkunde

Granulat
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Sie sind aus unserer Gesellschaft kaum mehr wegzudenken: Kunststoffe. Weltweit werden derzeit ca. 300 Mio. Tonnen Kunststoffe pro Jahr verbraucht. Sicherlich gibt es auch eine dunkle Seite, bedenkt man den Umweltschutz und die Probleme, welche teilweise die Entsorgung und das Recycling aufweisen, nichtsdestotrotz ist Kunststoff ein wichtiger Werkstoff, welcher immer noch stark an Bedeutung gewinnt. In der Praxis Begegnen einen viele verschiedene Abkürzungen, welche leicht verwirrend sein können. Grund genug Mal einen Blick ins Labor zu werfen: Unser kleines Kunststoff-ABC für Sie!

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man Kunststoffe einteilen kann. Im Chemiebuch beispielsweise wird vorrangig die Einteilung nach den Entstehungsreaktionen vorgenommen (also in Polymerisate, Polykondensate und Polyaddukte). Sehr häufig wird darüber hinaus die Einteilung nach dem mechanisch-thermischen Verhalten, also den Eigenschaften, verwendet. Da dies in unserer Branche von höherem Stellenwert ist, werden wir uns an dieser Einteilung orientieren. Die Zuordnung erfolgt in drei große Gruppen: die Thermoplaste, die Duroplaste und die Elastomere.

Wir werden uns im Folgenden die drei Gruppen mit ihren Hauptunterschieden anschauen und dann auf einige wichtige Vertreter der Gruppen eingehen. Dabei wagen wir einen kleinen Blick in das Chemie-Labor, wollen uns aber hauptsächlich auf die Eigenschaften und die Verwendung konzentrieren.

 

Thermoplaste

Der größte Unterschied von Thermoplasten zu den anderen 2 Gruppen liegt in der Formbarkeit des Materials. Je mehr Energie (z.B. Wärme) man zufügt, desto leichter kann man die Thermoplaste verformen. Begründet ist diese Eigenschaft in der Anordnung der Moleküle. Die Molekülketten sind hauptsächlich linear angeordnet und haben so gut wie keine Quervernetzungen. Diese Ketten können sich leichter gegeneinander verschieben und sind somit leichter verformbar und schmelzen bei genug Wärme, wie beispielsweise eine Plastikschüssel auf der Herdplatte.

 

Wichtigste Vertreter sind:

PE = Polyethylen (auch Polyethen) ist der am häufigsten hergestellte Kunststoff und der bei weitem wichtigste Thermoplast zur Herstellung von Folie. Polyethylen entsteht durch Polymerisation von Ethen, vereinfacht dargestellt:

Entstehung Polyethylen

beutelEs wird unterschieden in PE-LD = Polyethylen mit geringer Dichte (Low Density) und PE-HD = Polyethylen mit hoher Dichte (High Density). Die Dichte (Kristallinität) bestimmt Fließverhalten, Verarbeitungseigenschaften und Qualität der späteren Folie. PE-HD ist daher immer stabiler, reißfester, kratz- und verschleißfester als PE-LD. Generell ist es ein sehr weicher Thermoplast, allerdings sehr stabil gegenüber Chemikalien. Viele Säuren werden beispielsweise in Behältern aus PE verkauft. Die Dichte beträgt zwischen 0,90 und 0,95 g/cm3, es schwimmt also in Wasser. Aufgrund ihrer physiologischen Unbedenklichkeit werden sie sehr stark im Lebensmittelbereich eingesetzt.

Beispiele für PE-HD: Kanister, Flaschenkästen, Tragetaschen, (sehr dünne) Folien, Lebensmittelverpackungen, Transportbehälter, Bauteile, Möbelteile, Haushaltsgeräte, Spielzeug.

Beispiele für PE-LD: Verpackungs- und Baufolien, Eimer, Rohre, Flaschen, Dosen.

 

 

PP = Polypropylen (auch Polypropen) hat große Ähnlichkeiten mit dem PE-LD, es zeichnet sich durch hohe Stabilität aus und ist beständig gegen viele Chemikalien. Es ist ebenfalls physiologisch unbedenklich und im Recyclingprozess unschädlich für die Umwelt. Polypropylen ist allerdings härter und wärmebeständiger als PE-LD. Unter 0°C wird PP allerdings spröde. Die Dichte beträgt ca. 0,9 g/cm3. Polypropylen entsteht Polymerisation von Propen, vereinfacht dargestellt:

Entstehung PolypropylenklebebandBeispielhafte Einsatzbereiche: Hauptverwendungsbereich ist als Trägermaterial für Klebebänder. Weiterhin: Verpackung von Lebensmitteln, Gemüse, Gebäck, Einwegbecher, Batteriekästen, Bauteile im Auto, Schuhabsätze, Verpackungsfolien aller Art, aber auch Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Teppiche und Kunstrasen.

 

 

PS = Polystyrol ist ein preiswerter Massenkunststoff, der granuliert wird und der in vielen Bereichen Verwendung findet. Reines PS ist hart, farblos, spröde und hat einen hohen Oberflächenglanz. Es ist beständig gegenüber Säuren, Laugen und Alkohol, allerdings nicht gegenüber unpolaren Lösungsmitteln (z.B. Nagellackentferner). Die Dichte ist größer als 1 g/cm3, es schwimmt also nicht in Wasser. Polystyrol entsteht durch Polymerisation von Styrol, vereinfacht dargestellt:

Entstehung Polystyrol

Einsatzbereiche: Lebensmittelverpackungen, Becher, Gehäuse, CD-Hüllen, Dosen, Spielzeug.

 

EPS = Expandiertes Polystyrol, ist besser bekannt unter dem geschützten Markennamen Styropor® (BASF). Hier wird Treibmittel in die Polystyrol-Perlen eingearbeitet, welches durch Wärme aufschäumt.

Einsatzbereiche: Verpackungschips, Einsätze für Konstruktivverpackungen, Wärmedämmung.

Styropor2
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CD-huelle2
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Schallplatte2
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PVC = Polyvinylchlorid ist neben PE, PS und PP der bekannteste Kunststoff, vor allem auch im Verpackungsbereich, wo die ersten Klebebänder aus PVC waren. Polyvinylchlorid entsteht durch Polymerisation von Chlorethen (auch Vinylchlorid). Wobei Vinylchlorid ein hoch giftiger und krebserregender Stoff ist. Reste müssen aus dem PVC mit viel Aufwand ausgewaschen werden. Reines PVC ist weißes, hartes Pulver. Zur Herstellung der stabilen PVC-Produkte werden Weichmacher eingesetzt. Diese Stoffe schieben sich zwischen die Molekülketten des PVCs und halten diese zusammen. Je mehr Weichmacher, desto flexibler ist das spätere Produkt. Deswegen hat PVC viele unterschiedliche Einsatzzwecke, je nach Elastizität:

Verpackungsfolien, Klebebändern, Abfluss- und Kanalrohre, Bauprofile und chemische Apparatebau, aber auch Bodenbeläge, Profile, Schläuche, Folien, Schaumstoffe und Klebebänder im Verpackungsbereich. Nicht zu vergessen die Schallplatte, deswegen auch der Name „Vinyl-Schallplatte).

Die Stabilität und Elastizität mit dem Zusatz von Weichmachern bedeutet aber auch eine geringere Beständigkeit gegenüber vielen Chemikalien, da diese die Weichmacher aus dem PVC herauswaschen können.

 

 

PA = Polyamid, Polyamide sind Makromoleküle, welche im Übrigen auch in natürlicher Form vorkommen: Peptide und Proteine, wie Haare, Wolle, Eiweiß. Polyamidfasern sind leicht färbbar, elastisch, fäulnis-, laugen- und reißfest. Im Gegensatz zu den natürlichen Fasern, sind die synthetisch hergestellten Fasern außerdem mottensicher und knitterfrei. Sie eignen sich deshalb besonders zur Herstellung von Kleidung. Den Siegeszug trat Polyamid mit den Nylonstrümpfen an, welche ca. 1940 in den USA auf den Markt kamen. Perlon unterscheidet sich im Übrigen kaum von Nylon 6,6. Es ist ein Konkurrenzprodukt, welches nach dem 2. Weltkrieg von deutschen Firmen patentiert wurde. Die Anwendung geht aber weit über den Textilbereich hinaus:

Automobilindustrie, Elektrotechnik, chirurgische Instrumente, sowie Bekleidungsindustrie
Im Verpackungs- und Lebensmittelbereich als Barriere und zur Verbesserung der Durchstoßfestigkeit, sowie bei Klarsichtfolien aller Art.

Kleidung-polyamid2
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nylon-strumpfhose2
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PES = Polyester, diese Bezeichnung tragen alle Stoffe, die Esterverbindungen enthalten. Ihre Unterschiedlichen Eigenschaften und damit die Verwendung hängen von den Monomeren ab, die zur Herstellung verwendet werden. Demnach ist auch der Anwendungsbereich sehr groß. Polyester entstehen durch Polykondensation, entweder aus Hydroxycarbonsäuren oder aus Dicarbonsäuren und Dialkoholen.

PET-flasche2
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Einsatzbereiche: Fasern für Textilien, Folien, Saiten der Tennisschläger, Lebensmittelverpackungen, CDs. Der wohl bedeutendste Polyester ist PET (Polyethylenterephthalat), woraus die wohl allen bekannte PET-Flasche hergestellt ist.

Einige Polyester können, je nach dem welche Materialien zur Herstellung verwendet werden, auch zu den Duroplasten gezählt werden, wie beispielsweise das Polyesterharz (UP).

 

 

Duroplaste

Duroplaste (auch Duromere) sind Polymere, welche durch eine Schmelze oder Lösung der Komponenten entstehen. Dies ist eine irreversible Vernetzungsreaktion. Das heißt, die Molekülketten sind stark vernetzt untereinander und die Reaktion ist nicht Rückgängig zu machen. Daraus ergeben sich die typischen Eigenschaft: versucht man Duroplast zu erwärmen, schmelzen diese nicht wie die Thermoplaste, sondern sie zersetzen sich. Bei der Ausübung von Zug dehnen Sie sich nicht, sondern sie zerspringen. Nach der Aushärtung können Duroplaste lediglich mechanisch verändert werden, also mittels Feilen oder Sägen. Wegen dieser mechanischen und auch chemischen Beständigkeit finden sich Duroplaste oft bei Elektroinstallationen. Ein sehr bekanntes Beispiel ist auch der Trabant, dessen Karosserieaußenhaut aus einem Duroplast hergestellt wurde.

 

Wichtige Vertreter sind:

UF = Aminoplaste, Sammelbegriff für Kunststoffe aus der Gruppe der Duroplaste. Beispielhafte Einsatzbereiche: Steckdosen, Lichtschalter, Becher, aber auch Klebstoff und Isoliermaterial.

MF = Melamin-Formaldehyd-Harz (Phenoplaste) begegnen wir im Bereich der Verpackungen weniger. Beispielhafte Einsatzbereiche: Hartpapier und -gewebe, Kochlöffel, Oberflächen von Küchenmöbeln, elektr. Isoliermaterial. Formaldehydharz entsteht durch die Polykondensation von Formaldehyd mit z.B. Harnstoff oder Phenol. Das wohl bekannteste Produkt dieser Reaktion wird Phenoplast oder Bakelit genannt. Ein Ergebnis der Weiterverarbeitung von Phenoplast-Harz sind die Spanplatten. Hier wird das Harz mit Holzspänen gemischt und gepresst. Das Ergebnis kann man in vielen Wohnungen und Bürogebäuden sehen: Möbelstücke.

PUR = Polyurethan (siehe unten)

Steckdose2
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trabbi2
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Spanplatte2
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Elastomere

Das Hauptmerkmal von Elastomeren ist, wie der Name vermuten lässt, die besondere Elastizität. Elastomere lassen sich kurzzeitig auf mindestens das Doppelte ihrer Länge dehnen und sie kehren danach wieder in den Ausgangszustand zurück. Elastomere sind weitmaschig vernetzte Molekülverbindungen, sie werden beim Erwärmen nicht weich, schmelzen nicht und sind in den meisten Lösungsmitteln nicht löslich. Hauptverwendung von Elastomeren sind Reifen. Alle Arten von Kautschuk zählen zu dieser Gruppe.

 

Wichtigster Vertreter ist:

Polyurethan2
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PUR = Polyurethan gibt es in steifer und flexibler Form. Sein Anwendungsgebiet ist entsprechend vielseitig. Hergestellt werden diese durch Polyaddition aus Dialkoholen und Diisocyanaten, oft auch Polyether. Verwendet man hierbei höherwertige Alkohole, entstehen stabile Kunststoffe mit vielen quervernetzen Molekülketten, also Duroplaste.

Beispielhafte Einsatzbereiche für flexibles PUR: Kissen, Matratzen, Schaumstoffe und Polstermaterialien (auch für den Verpackungsbereich).

Beispielhafte Einsatzbereiche für steifes PUR: Automobil- und Bauindustrie.

In aufgeschäumter Form ist Polyurethan als dauerelastischer Weichschaum (z. B. für Sportschuhsohlen) oder als harter Montageschaum bekannt.

 

 

Weiterführende Informationen:

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16 Kommentare

  1. Hallo
    Ich würde gern einen HDPE Block auf Glas kleben, geht das und wenn ja mit welchem Kleber?
    Würde gern meine Terarienbeleuchtung daran Aufhängen
    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar
    Mit freundlichen Grüßen
    Axel Brakmann

  2. Hallo Herr Brakmann,

    entschuldigen Sie die späte Antwort. Wir haben mit unserem Lieferanten gesprochen und ein Produkt für diese spezielle Anwendung gefunden: Das Klebeband 4932 und 4952 von 3M. Ich könnte Ihnen jeweils ein Muster zu senden.
    Wichtig ist bei der Verarbeitung der Bänder in diesem speziellen Fall mit zwei niedrigenergetischen Materialien ist die vorherige gründliche Reinigung. Nur dies gewährleistet dauerhaften Halt.

    Viele Grüße,
    Andrea Bates

  3. Hallo
    Ich möchte gerne Salzziegel verbauen und suche nun eine Säurefeste Folie, damit mein Untergrundmörtel
    nicht angegriffen wird. Gibt es da so etwas?
    Vielen Dank für die Antwort.
    Beste Grüße
    Rudolf Wendtorff

    • Hallo Herr Wendtorff,

      vielen Dank für Ihre Anfrage. In dem Fall handelt es sich um eine Spezialfolie, die wir nicht direkt im Katalog/Programm haben. Ich würde Ihre Anfrage jedoch an unseren Außendienst weiterleiten. Welche Mengen benötigen Sie denn?

      Viele Grüße,
      Jonas Fischer

  4. Guten Tag, ich brauche eine Lebensmittel taugliche Folie die auf ein Plastik Becher haftet für Speiseeis und ein isolier klebeBand der auf poliuretan haftet.Mit freundlichen grüßen Fam Roncaletti.

  5. Sehr geehrte Damen und Herren,
    wir füllen in PE LD Flaschen seit Jahren anaerobe (Methacrylatester) Materialien ab, können wir dies auch in PE HD Flaschen ohne Auswirkungen auf das Flaschenmaterial oder den Inhalt machen.
    Ihrer Antwort sehen wir mit Interesse entgegen?
    Mit freundlichen Grüßen
    J. Schlienz

  6. Sehr geehrte Frau Bates,
    in wie weit unterscheiden sich eine EPDM Folie zum Abdichten von Untergründen (2 Dicht ebenen) von einer HDPE Folie?

    • Hallo Achikeh,

      nach Rücksprache mit unserem Hersteller können Sie HDPE Folie zum Abdichten verwenden, so lange es nicht mit Ölen oder Benzin in Berührung kommt. Zur EPDM Folie konnte unser Hersteller leider keine Aussage treffen. Falls Sie die Folien zum Hausbau verwenden möchten, raten wir Ihnen aber, sich mit Ihrem Bauherrn zu beraten. Dieser kann Ihnen sicher passende Folien empfehlen.
      Auf dieser Seite: http://www.folienvertrieb-drewke.de/index.php/abdichtungsfolie.html finden Sie noch einige Informationen zu den unterschiedlichen Folien.

      Viele Grüße,
      Andrea Bates

    • Hallo Herr Fischer,
      leider kann ich Ihnen die Frage nicht beantworten. Wir führen selber keine Lebensmittelverpackungen und haben somit auch keinen Produzenten, welchen wir fragen könnten. Eventuell könnten Sie sich mit der Frage an einen Hersteller für Trinkwasserflaschen wenden? Dort bekommen Sie sicherlich eine qualifizierte Antwort. Falls ja, würden wir uns freuen, wenn Sie uns und unseren Lesern diese auch mitteilen.
      Viele Grüße,
      Andrea Bates

  7. Hallo,
    ist die Herstellung der sogenannten Thermoplasten umweltschädlich? Welche Ressourcen werden dazu benötigt?
    Kann ich grundsätzlich davon ausgehen, dass PE und PP aus recycleten Kunststoffen, bzw. Granulat hergestellt werden?
    Wir beschäftigen uns mit der Verpackung von Textilien.
    Vielen Dank für Ihre Antwort und viele Grüße
    Michaela Witte

    • Hallo Frau Witte,

      vielen Dank für die interessanten Fragen. Die Recherche hat etwas länger gedauert, aber hier sind die Antworten:

      Ist die Herstellung der sogenannten Thermoplasten umweltschädlich? Welche Ressourcen werden dazu benötigt?
      PP und PE (herkömmliche Kunststoffe) zählen zu den petrochemischen Kunststoffen, sie sind aus Erdgas und geeigneten Fraktionen des Erdöls hergestellt. Zur Herstellung benötigt man besagtes Granulat, welches erhitzt und in einem Extruder zu einem langen Schlauch gezogen/geblasen wird. Anschließend wird der Schlauch in die gewünschte Größe geschnitten und an einer Seite verschweißt. Fertig ist der Beutel.
      Umweltfreundlicher wäre die Herstellung sogenannter biobasierten Kunststoffen (PLA, PHA), da hier fossile Materialien eingespart werden. Dies führt aber nicht zu einer Verbesserung der Ökobilanz über den gesamten Lebenszyklus der Produkte. Auch biobasierte Kunststoffe sind nicht zu 100 % aus biobasierten Materialien, sondern i. d. Regel nur zu 70 %. Ein gewisser Vorteil bei der Herstellung ergibt sich lediglich, wenn für die notwendigen Rohstoffe keine Pflanzen zusätzlich angebaut werden müssen, sondern Reststoffe aus bestehender Pflanzenproduktion eingesetzt werden (z. B. Weizenstroh, Kartoffelabfälle oder faserige Abfälle von Zuckerrohr).
      Biobasiert bedeutet im Übrigen nicht, dass diese Kunststoffe in der Umwelt oder im heimischen Kompost biologisch abbaubar wären. Auch diese Kunststoffe sind unter Umständen noch lange in der Umwelt zu finden oder zersetzen sich nur in Fragmente, so genanntes Mikroplastik. Sie müssen also, ebenso wie alle anderen Kunststoffe, korrekt entsorgt und recycelt oder verbrannt werden.

      Und welche Herstellung ist umweltfreundlicher? Die von PE oder PP? Gibt es da Unterschiede?
      Bei der Herstellung von PE und PP gibt umwelttechnisch keine Unterschiede, also man kann nicht sagen, die Herstellung eines der Materialien wäre umweltfreundlicher.

      Kann ich grundsätzlich davon ausgehen, dass PE und PP aus recycelten Kunststoffen, bzw. Granulat hergestellt werden?
      Nein, kann man nicht. Hier kommt es auf das Endprodukt und die geforderten Eigenschaften an. Endprodukte, also Folien oder Spritzgussteile oder Blas-Formteile werden je nach Dichte bzw. Materialanteil mit Anteilen aus recycelten Granulat hergestellt.

      Ich hoffe, Sie finden eine passende Verpackung für Ihre Textilien. In unserem Shop finden Sie eine große Auswahl an unterschiedlichsten Tüten und Beuteln:
      https://www.ratioform.de/Abpacken-Befuellen/

      Falls Sie eine wirklich „grüne“ bzw. umweltfreundliche Verpackung für Ihre Textilien suchen, sollten Sie eventuell über Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen nachdenken. Papier und Pappe lässt sich mehrfach wiederverwenden und recyceln. Ist das Produkt PEFC oder FSC Zertifiziert, stammt das Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung, beim FSC müssen auch alle verarbeitenden Unternehmen zertifiziert sein.
      Einen Überblick finden Sie hier: http://blog.ratioform.de/ein-zeichen-fuer-die-umwelt-teil-2-fsc-und-pefc/
      Weiterhin gibt es tatsächlich essbare Verpackungen z. B. aus Algen. Diese sind aber noch schwer auf dem Markt zu finden.

      Viele Grüße,
      Andrea

  8. Ich möchte eine Kompostbox aus Holzbohlen innen mit einer Kunststofffolie „bespannen“ damit die bohlen nicht feucht werden und faulen. Dazu brauche ich eine formstabile und stoßunempfindliche Folie schätzungsweise 0,3 mm stark. Der Hersteller einer Noppenfolie, wie sie zum Schutz der erdberührten Teile von Bauten verwendet wird, sagte, dass er HDPE verwendet aber nicht ohne Noppen herstellen kann. Ihrer Beschreibung entnehme ich, dass auch andere Folien in Frage kämen z.B. PET. Können Sie mir einen Hinweis auf geeignete Materialien und Lieferant geben? Maße ca. 1 m hoch und 15-20 m lang?

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