Wenn der Vater mit dem Sohne…

Heinz und Thomas Krieg
Heinz und Thomas Krieg

…gemeinsame Sache macht, können schon mal Welten aufeinander treffen. Man nennt das Generationenkonflikt – wer kennt das nicht? Es geht aber auch anders. Und zwar dann, wenn der Senior dem Junior freie Hand lässt und ihm damit die Chance gibt, mit eigenen Ideen das fortzusetzen, was er geschaffen hatte. Dass dies der Beginn einer rasanten Entwicklung bis hin zur Marktführerschaft war, hätten sich wohl beide nicht träumen lassen. Da kann man mal sehen, wie spannend das Thema Verpackungen ist…

 

 

Die ratioform-Geschichte

Dreht man das Rad der Zeit zurück, geht der Start des heutigen Marktführers ratioform also bereits zurück auf das Jahr 1964. Damals entschloss sich Heinz Krieg zur stabilen Auslastung seiner Druckerei, die er damals im Raum Stuttgart betrieb, einen Verlag dazu zu kaufen. Sein Interesse galt vor allem der hohen Anzahl an Kunden, deren Adressen er damit ebenfalls erwarb. Und so ging der ratioform Verlag, wie er damals hieß, an den Start. Kernsortiment waren Warn- und Gefahrenetiketten, die auch heute noch Teil des umfangreichen Lieferprogrammes sind. Schon bald wurde das Sortiment um Bahn- und Postformulare erweitert.

 

Erfreuliche Umsatzentwicklung.

Der Umsatz kletterte kontinuierlich Jahr für Jahr. Bereits nach drei Jahren war er mehr als verdoppelt, nach acht Jahren war er nahezu fünf mal so hoch wie zu Beginn. Das Produktsortiment wurde sukzessive um Verpackungsmaterialien wie Kartons, Packband, Versandtaschen etc. erweitert und bescherte dem Unternehmen eine positive Geschäftsentwicklung. So marschierte das Duo Druckerei und ratioform-Verlag munter vor sich hin, bis im Jahr 1979 Thomas Krieg, frischgebackener Diplom-Betriebswirt mit der Frage konfrontiert wurde, in welcher der Firmen er sich seine berufliche Zukunft am besten vorstellen könne. Für ihn war die Antwort schnell klar: ratioform – und Ideen für die weitere Geschäftsentwicklung hatte er auch schon. Das Motto hieß: Konzentration auf die Kernkompetenz Verpackung.

Der beruflichen Entscheidung folgte bald auch eine private, denn sowohl Heinz Krieg als auch Thomas Krieg zog es Richtung Bayern. Als 1979 ein Verpackungsmittelgroßhandel in München zum Verkauf anstand, waren sich beide schnell einig. Die Druckerei wurde verkauft, der Vepackungsmittelgroßhandel gekauft und ratioform siedelte in den Münchner Osten. Eine neue Ära begann.

Mit dem Kauf des Großhandels wurde die Konzentration von ratioform auf den Bereich der Verpackungsmittel noch verstärkt. Jetzt galt es noch, für die beiden unterschiedlich strukturierten Unternehmen einen gemeinsamen Nenner zu finden. Denn während ratioform ausschließlich als Versandhandel und bundesweit arbeitete, beschränkten sich die Aktivitäten des dazu gekauften Großhandels auf den Großraum München. Die bestellten Waren wurden entweder per LKW ausgeliefert oder vom Kunden abgeholt. Standort war München-Stadtmitte. Ein Wahnsinn in Anbetracht der immensen Lagerkapazität, die erforderlich war.

 

Eine Idee, die das gesamte Unternehmen revolutionierte.

Schon bald wurde der Standort in der Stadtmitte aufgegeben. ratioform und der Verpackungsmittelgroßhandel wurden zusammengelegt und hatten ihren gemeinsamen Firmensitz im Münchner Osten. Aus ratioform-Verlag wurde ratioform Verpackungsmittel – und der Name war Programm. Jahr für Jahr wurde das Sortiment um neue, innovative Verpackungslösungen ergänzt. Thomas Krieg wurde 1982 Mitgesellschafter von ratioform und Partner seines Vaters Heinz Krieg.

Das enorme Wachstum des Unternehmens verlangte sehr schnell nach einer strategischen Ausrichtung, die zukunftsträchtig war. Denn zu Zeiten, in denen Portokosten nach Entfernungszonen ermittelt wurden, war es schwierig, von München aus Verpackungsmittel beispielsweise nach Hamburg zu verkaufen. Die Lösung hieß: Franchise in Kombination mit Katalogmarketing. Dieser Weg des Versandhandels revolutionierte nicht nur das Unternehmen ratioform, sondern den gesamten Verpackungsmittelhandel. Zugleich war sie Teil des Vorstellungsbildes, das Thomas Krieg von der Zukunft des Unternehmens hatte. Denn zum einen konnten durch die regionale Präsenz von ratioform-Partnern Versandwege gekürzt und für den Kunden Kosten gesenkt werden. Zum anderen bot sich für ratioform damit die Chance, seine Position am Markt Zug um Zug auszubauen.

Als 1983 in Baden-Württemberg der erste Franchise-Partner an den Start ging, war das die Geburtsstunde des neuen ratioform, das Thomas Krieg maßgeblich und innovativ geschaffen hatte. In den folgenden Jahren wurde das Franchise-Konzept auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet. Später folgten Österreich, Italien, Spanien und im Jahr 2003 die Schweiz. Heute werden von der Europazentrale im Münchner Osten europaweit 14 Standorte bedient.

 

Wachstum zeigt sich nicht nur in den Zahlen.

Dass der Umsatz seit 1964 um mehr als das 700-fache gesteigert wurde, ist die eine Seite der Entwicklung. Mit zunehmendem Erfolg wurde aber immer auch die Firmenphilosophie hinterfragt. Wofür stehen wir bzw. wer wollen wir für unsere Kunden sein? Diese Frage steht immer im Mittelpunkt aller Aktivitäten von ratioform. Was einst als reiner Versandhandel an den Start ging, hat sich inzwischen zum kompetenten Ansprechpartner rund ums Verpacken entwickelt.

75 Mitarbeiter in der Europa-Zentrale in Landsham, 180 Arbeitsplätze insgesamt, europaweit agierende Verpackungsberater und ein beispielhafter Webshop – das sind die beeindruckenden Fakten eines Unternehmens, das sich seit langem zum Marktführer im Versandhandel mit Verpackungsmitteln entwickelt hat. Mit der Garantie, innerhalb von 24 bis maximal 48 Stunden zu liefern. Das geht nur mit einer ausgeklügelten Logistik – und die läuft bei ratioform reibungslos. A propos reibungslos. Das ist auch die treffendste Bezeichnung für den Generationenwechsel, der sich bei ratioform ab Mitte der 80er Jahre Schritt für Schritt vollzog.

Heute ist Thomas Krieg Alleininhaber und wird nicht müde, die Idee von ratioform weiter zu verbreiten. Sein Ziel ist es, noch stärker den europäischen Markt zu erobern. Dass er damit ähnlich erfolgreich sein wird, wie in der Vergangenheit – daran hat er keinen Zweifel.

 

aus Krieg, Thomas, „Verpackt und zugeklebt!“ Das Praxishandbuch für professionelles Verpacken

 

P.S.: 2013 verkaufte Thomas Krieg seine Anteile an ratioform und wandte sich neuen Ideen zu.