«

»

Wie macht man seine eigene Plastiktüte?

  Plastikbeutel-HerstellungDie „Do-it-yourself-Welle“ ist in so ziemlich allen Bereichen unseres Lebens angekommen. Dinge neu im Laden zu kaufen kann oft teuer sein – macht man diese hingegen zu Hause, kann man viel Geld sparen. Meistens.

Nehmen wir z.B. die PP Beutel aus dem ratioform Sortiment. Folgend werde ich Ihnen die Herstellung kurz erläutern, so dass Sie selber in das Abenteuer des „Do-it-yourself“ eintauchen
können – falls Sie dies dann noch wollen.

Phase 1: Die Rohmaterialien

GranulatNatürlich ist das erste was Sie brauchen Polyethylene in Form von Granulat. Leichter gesagt als getan. Der normale Leser wird wohl wissen, dass es nicht so einfach ist, dieses zu besorgen. Das Rohmaterial selber herzustellen kann bekannter Weise durchaus gesundheitsschädigend sein. Deshalb ist es hier nicht zu empfehlen, außer Sie wissen was Sie tun. Im Supermarkt ist es auch nicht erhältlich, auch nicht, wenn Sie in einen Real oder ein riesiges Einkaufscenter gehen. Glücklicherweise gibt es trotzdem genügend Firmen, die es verkaufen. Sie müssen einfach nur nach den richtigen Begriffen in einer Internet-Suchmaschine suchen, dann werden Sie schnell fündig.

Vermutlich sollte ich darauf hinweisen, dass es kaum Firmen gibt, welche kleine Mengen ausliefern. Deshalb halte ich es für eine schlechte Lösung, falls Sie z.B. nur ein Dutzend Plastiktüten als Verpackung für hausgemachte Süßigkeiten bei irgendeinem Dorffest brauchen. Dann ist dies wahrscheinlich keine praktische Lösung.

Wenn Sie aber das Kleingeld und den Platz für eine Containerladung haben, dann lesen Sie weiter!

Phase 2: Extrusion

ExtruderJetzt haben Sie Polyethylene, welches Sie aber noch extrudieren müssen. Das erfordert eine besondere Maschine, die Sie im Internet bestimmt auch finden werden. Ich will Sie aber gleich warnen: das wird nicht billig!

Extrusion beschreibt den Vorgang bei dem das gekaufte Rohmaterial zu einem dünnen Plastik-Schlauch extrudiert wird. Daraus werden später Ihre Beutel gefertigt.

Beim Extrudieren wird das Material bei großer Hitze in eine Walze befördert. Sie müssen sicher gehen, dass Sie die exakte Temperatur ausgewählt haben. Überhitzung kann die Zersetzung des Polymers zur Folge haben und das wollen Sie bestimmt nicht. Doch machen Sie sich keine allzu großen Sorgen darum, denn Ihr Extruder sollte mit einer „Easy-To-Follow“ Anleitung kommen, in der alles klar erklärt wird.

Nachdem das Polyethylene geschmolzen ist, werden alle Verunreinigungen durch ein Sieb entfernt bevor es in die Düse eintritt. Die Düse erstellt das letztendliche Profil des PE. Um Beutel herzustellen benötigen wir an dieser Stelle eine röhrenförmige Düse. Zudem können Sie bestimmen welche Dicke Ihr Kunststoff besitzen soll. Danach muss das Polyethylene abgekühlt werden, damit es die Form behält, die Sie ihm gegeben haben. Wieder wird von mir Spezialausrüstung ausdrücklich empfohlen, denn ich denke nicht, dass Sie das Polyethylene einfach in den Kühlschrank stecken können. Vermutlich kommt Ihre Maschine aber mit einem speziellen Kühlring. Am Ende dieses Arbeitsschrittes haben Sie also ein sehr langes Stück Schlauch.

Phase 3: Vom Schlauch zum Beutel

SchweissgerätIm letzten Schritt kommt Ihr Plastikschlauch in eine weitere Maschine, welche den Film zuschneidet und die Enden zusammenschweißt. Einige können auch weitere praktische Dinge, wie Perforieren anstatt zu Schneiden. So können alle Beutel z.B. auf eine Rolle gewickelt und je nach Bedarf abgetrennt werden. Außerdem könnten Sie auch praktische Druckverschlussbeutel herstellen.

Falls Sie nur „normale“ Flachbeutel wollen, könnten Sie vermutlich auch eines der kostengünstigeren und praktischen Handschweißgeräte benutzen. Aber bitte beachten Sie, bei den Mengen an Plastikfilm, die Sie produziert haben, wird es auf diese Art bestimmt Jahre dauern bis alle geschweißt und geschnitten sind.

Und das ist, wie man so schön sagt, bereits alles. Wenn Sie dies nun gerne ausprobieren möchten, dann wünschen wir Ihnen viel Glück bei diesem Abenteuer. Natürlich würden wir uns über einen Erfahrungsbericht sehr freuen 😉

Alle mehr rationalen Leser werden festgestellt haben, dass sich dieses Verfahren nur lohnt, wenn man wirklich Millionen von Beuteln benötigt. So, warum also nicht einfach ruhig bleiben und weiterhin Ihre Beutel aller Art bei ratioform kaufen?

Unser komplettes Sortiment finden Sie hier.

 

PS: wer die Anleitung lieber in Englisch liest, wird im Blog von Davpack, unserer Niederlassung in Großbritannien, fündig.

 

Über den Autor

Andrea Bates

Ich bin seit 2012 Online Marketing Manager bei ratioform. Fasziniert von der Vielseitigkeit der Verpackungen bin ich immer auf der Suche nach Neuigkeiten und auch Kuriositäten aus der Welt der Verpackung - die absolut nicht so langweilig ist, wie sie auf den ersten Blick scheint. Die Freizeit verbringe ich am liebsten draußen im grünen mit meiner Familie: wandern, Rad fahren oder auf dem Flugplatz.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://blog.ratioform.de/wie-macht-man-seine-eigene-plastiktuete/

1 Kommentar

1 Ping

  1. Jürgen

    Wow, sehr spannend zu lesen, wie sowas funktioniert!

  1. HDPE, LDPE, PP, PS, PU, PVC… und was sich dahinter verbirgt | ratioform Blog

    […] Wie macht man seine eigene Plastiktüte? […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.