Einführung in die Welt der Wellpapp-Kartons

FaltkartonsSie suchen die perfekte Karton-Verpackung für Ihre Ware? Grade als „Neuling“ auf diesem Gebiet kann man bei der Vielzahl an Möglichkeiten und den unterschiedlichen Bezeichnungen leicht den Überblick verlieren. Deswegen möchten wir mit diesem Artikel etwas Licht ins Dunkel bringen.

In unserem Beitrag zur Wellpappe haben wir bereits erklärt, was die Wellpappe zum Star der Transportverpackungen macht. Zur Erinnerung: Die Wellpappe besteht aus einer Welle, eingeschlossen in die Deckenpapiere. Die Stärke und Leistung der Wellpappe ist eine Kombination aus beidem: der Qualität der Deckenpapiere und der Größe der Welle.

Es gibt eine große Anzahl an unterschiedlichen Materialen, welche für die Welle und die Deckenpapiere verwendet werden können. Aus diesem vorhandenen Angebot ergibt sich eine fast unendliche Anzahl an Kombinationen. Eine grobe Einteilung kann man jedoch trotzdem vornehmen.

 

1.     Die Materialien

Für Deckenpapiere werden folgende Materialien verwendet:

Wellpappe
Foto: Shutterstock

Kraftliner, besteht zu mindestens 80% aus Frischfasermaterial. Das ist der Grund für die widerstandsfähige Eigenschaft, denn frische Fasern sind noch besonders lang und daher zu einer festen Struktur miteinander verbunden. Zu bemerken ist außerdem, dass sich Kraftliner etwas besser bedrucken lässt und Packband besser haftet. Kraftliner ist die Nummer eins für Transport- und Gefahrgutverpackungen. Mit Grammaturen von 125-440g/m2 kommt er vor allem dann zum Einsatz, wenn besonders hohe Anforderungen an das Deckenpapier gestellt werden (Widerstandsfähigkeit, Schutz vor Feuchtigkeit etc.). Kraftliner

Testliner,zwei- oder mehrlagiges Deckenpapier als kostengünstige Variante. Hier wird vor allem Altpapier verwendet. Testliner besteht aus zwei oder mehreren Lagen: Einer dickeren Trägerschicht aus gemischtem Altpapier und einer Deckenlage aus Wellpappenabfällen. Die Grammatur von Testliner liegt zwischen 100 und 200 g/m2.

Schrenz, leichtes Deckenpapier aus gemischtem Altpapier. Mit einer Grammatur von 80 bis 140 g/m2 wird Schrenz hauptsächlich für Innendecken oder Zwischenbahnen bei mehrwelliger Wellpappe eingesetzt.

 

Materialien für die Welle:

Die Wellenpapiere müssen zwei Eigenschaften in sich vereinen: Hohe Steifigkeit, um den Einwirkungen von außen standzuhalten. Und hohe Elastizität, um Stöße abzufedern und polsternd zu wirken. Zwei Papiere eignen sich dafür besonders:

Halbzellstoffpapiere werden aus chemisch halb aufgeschlossenen Holzfasern hergestellt. Ihre Eigenschaft: Hohe Steifigkeit und hohe Widerstandsfähigkeit gegen Stoßbelastungen.

Wellenstoff (verbesserte Schrenzpapiere) besteht ausschließlich aus gemischtem Altpapier und Wellpappenabfällen aus hochwertigen Recyclingstoffen. Durch die Beigabe von Stärke werden nahezu gleiche Festigkeitswerte erzielt wie bei Wellenpapiere, die aus Halbzellstoffpapieren hergestellt werden.

Die Qualität der fertigen Verpackung hängt maßgeblich von den Eigenschaften der verwendeten Materialien ab. Wobei durch verschiedene Beimischungen diese noch weiter differenziert werden können.

 

2.     Arten der Wellpapp-Verpackungen

In der Produktionslinie werden anschließend aus den Wellpapp-Zuschnitten die verschiedenen Kartons, Schachteln und Boxen, etc. gefertigt.

FEFCO 0201Um die Identifizierung und die Kommunikation zwischen Kunden und Herstellern zu vereinfachen, gibt es den FEFCO-ESBO-Code. FEFCO steht für Fédération Européenne des Fabricants de Carton Ondule (Europäische Vereinigung der Wellpapphersteller) und ESBO für European Solid Board Organization (Europäische Organisation für Vollpappe). Dieser international anerkannte Code zur Beschreibung von Verpackungsmitteln aus Wellpappe und Vollpappe weist jeder gängigen Form eine vierstellige Nummer zu. Wobei die ersten beiden Ziffern jeweils für einen Grundtyp stehen.

Beispiel: 02 steht für Faltschachteln und 03 für Deckelschachteln, also z.B. unsere Stülpdeckelkartons.

Das komplette Dokument mit allen Erklärungen gibt es kostenlos zum Download (PDF). Die aktuelle Ausgabe enthält rund 200 verschiedene Arten.

Nun wissen wir bereits, welche Faktoren die Qualität der Kartons beeinflussen und wie die Arten gekennzeichnet werden. Wie erkennen wir nun die Qualität, wenn wir uns für eine Art entschieden haben?

 

3.     Qualitätsbezeichnungen der Wellpapp-Faltkartons:

Es gibt, wer hätte es gedacht, auch hier Standard-Bezeichnungen. Die gängigste ist in der DIN 55468 definiert. Die Qualität wird demnach gekennzeichnet durch die Art der Welle, die Anzahl der Wellen und die Belastbarkeit.

Ein Beispiel:

  • „1.20 A“ bedeutet: 1-wellig / belastbar bis 20 kg / A-Welle
  • „2.30 BC“ bedeutet entsprechend: 2-wellig / belastbar bis 30 kg / B- und C-Welle

Folgend eine Übersicht über mögliche Bezeichnungen und Ihre Merkmale (diese ist nicht vollständig):

 

Sorte Berstfestigkeit (kPA) Durchstoßarbeit (J) Kanten-Stauchwiderstand (kN/m) Eigenschaft
1-wellig
1.01 2,5 3 Lagerqualität
1.02 3 3,5 Lagerqualität
1.03 3,5 4 Lagerqualität
1.10 600 3 3 Transportqualität
1.20 850 3,5 3,5 Transportqualität
1.30 1.100 4 4 Transportqualität
1.40 1.400 5 5 Transportqualität
1.50 1.700 6 6 Transportqualität
2-wellig
2.02 6 6 Lagerqualität
2.03 7 6,5 Lagerqualität
2.04 7,5 7,5 Lagerqualität
2.20 850 6,5 6 Transportqualität
2.30 1.100 7,5 6,5 Transportqualität
2.40 1400 8,5 7,5 Transportqualität
2.50 1700 9,5 8 Transportqualität
2.60 2000 10,5 8,5 Transportqualität
2.70 2300 11,5 9 Transportqualität
2.90 16 13 Schwerwellpappe
2.91 19 15 Schwerwellpappe
2.92 24 18 Schwerwellpappe
2.95 29 21 Schwerwellpappe
2.96 33 24 Schwerwellpappe

 

In unserem Katalog und im ratioform Webshop sind alle Wellpapp-Faltkartons mit den entsprechenden Qualitäten gekennzeichnet. Falls Sie darüber hinaus Fragen zur Qualität haben, scheuen Sie sich nicht zu fragen. Wir versichern Ihnen: Alle bei ratioform erhältlichen Wellpappen entsprechen der DIN-Norm 55468 und werden regelmäßig geprüft.

Vergessen Sie nicht: falls Sie den passenden Karton im Standardsortiment nicht finden, fertigen wir Kartons, Kisten, Boxen etc. exakt nach Ihren Wünschen an.

 

Abschließend: Worauf müssen Sie nun achten?

Wichtig ist, dass Sie Ihre zu verpackenden Güter kennen. Insbesondere das Gewicht und die Empfindlichkeit des Produktes. Natürlich schauen Sie auf den Preis. Aber bedenken Sie: für das Auge sieht ein Karton eventuell aus wie ein anderer, aber im Inneren verbergen sich teilweise große Qualitätsunterschiede. Bei Unklarheiten sollten Sie immer nachfragen. Um das Produkt absolut sicher zu verpacken, bedarf es natürlich mehr als nur den Karton. Dies schauen wir uns aber zu einem späteren Zeitpunkt an.

 

Sind noch Fragen offen geblieben? Schreiben Sie uns!

 

Weiterführende Links:

 

 

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