Erfolgsstrategien während der Corona-Krise

Corona hat die meisten Unternehmen auf eine Probe gestellt. Ein schwieriges Marktumfeld sowie flexible interne Anpassungen waren große Herausforderungen für viele Firmen. Wir haben während der Krise bewiesen, wie effizient und zuverlässig unsere Systeme funktionieren. Im Interview sprechen wir mit unserer Geschäftsführerin Elke Katz darüber, wie wir es so erfolgreich durch die Krise geschafft haben und geben eine Prognose für die kommenden Monate.  

Wie hat es ratioform so schnell geschafft vom normalen- in den Krisenmodus zu schalten?  

Das Wesentliche war, dass wir von Anfang an eine Task Force gebildet haben, die sich ausschließlich um das Thema Krisenmanagement gekümmert hat. Dadurch legten wir kurze Entscheidungswege und klare Verantwortlichkeiten fest. Die Gesundheit der Mitarbeiter stand zu Beginn an oberster Stelle und wir haben sämtliche Mitarbeiter ins Home Office gesendet. Das war für uns technisch unkompliziert, da wir in den letzten Jahren die Digitalisierung im Unternehmen und der Arbeitsplätze konsequent vorangetrieben haben. Wir haben zuerst neue Technologien in Deutschland etabliert und auf dieser Basis anschließend auf die europäischen Niederlassungen ausgerollt. Dadurch ermöglichten wir in Deutschland innerhalb von 24 Stunden und in den restlichen Niederlassungen innerhalb von 48 Stunden den kompletten Umstieg auf das flexible Arbeiten von Zuhause. Für die Logistik vor Ort haben wir in Pliening verschiedene Hygieneregeln und Vorsichtsmaßnahmen (angefangen von Masken, über separate Ein- und Ausgänge bis hin zu getrennten Kantinenzeiten) etabliert, sodass die Sicherheit der Mitarbeiter gewährleistet wurde.  

Stichwort Logistik – wie hat ratioform dort den reibungslosen Ablauf sichergestellt?   

Die große Herausforderung in der Logistik war ein Setup zu finden, das uns absichert, wenn es zum Infektionsfall kommt. Durch die sehr enge Abstimmung mit dem Gesundheitsamt wussten wir, was uns im Infektionsfall erwartet und wie dem bestens vorgebeugt wird. Wir haben ein Drei-Schicht-Betrieb-System für das Lager ausgearbeitet, bei dem ein Team sicher zu Hause war. Wenn sich ein Mitarbeiter im Lager infiziert hätte, wäre durch die Nachrücker-Teams eine sichere Backup-Lösung hergestellt. Generell haben wir die Teams streng räumlich voneinander getrennt, sodass wir mögliche Übertragungswege ausschließen konnten.

Wir sind bisher so gut durch die Krise gekommen. Das verdanken wir besonders der Disziplin, dem Verständnis und der Flexibilität aller Mitarbeiter. Für diesen einmaligen Teamzusammenhalt spreche ich auch im Namen meiner Geschäftsleitungskollegen den Mitarbeitern einen großen Dank aus.

Hat sich ratioform neben den internen Expertenteams auch externe Unterstützung geholt?

Wichtig war der regelmäßige externe Austausch mit dem Gesundheitsamt. Kommend von der Erfahrung, dass wir Unternehmen im Umfeld erlebten, die Infektionen hatten und dann zugesperrt wurden. Dies galt es zu vermeiden. Zudem hat der Krisenstab sich immer wieder mit dem Amtsarzt ausgetauscht, um bestimmte Informationen besser interpretieren zu können. Es war für uns alle das erste Mal und eine besondere Situation. Gemeinsam mit dem Amtsarzt konnten wir Hygienekonzepte besser bewerten.

Wie ist ratioform nach dem kompletten Umstieg auf das Arbeiten von zu Hause mit den Schließungen von Kitas, Kindergärten und Schulen umgegangen?

Sowohl für Mitarbeiter, als auch Unternehmen war das eine große Herausforderung. Es gab keine Sicherheit darüber, wie es weitergeht und wie jeder planen kann. Aus Unternehmenssicht waren wir von Heute auf Morgen damit konfrontiert, dass sich Mitarbeiter um Kinderbetreuung und Familienangehörige kümmern mussten. Von daher haben wir uns sehr schnell überlegt, dass es nur mit einem sehr flexiblen Konzept gehen kann. Wir haben versucht möglichst wenig starre Regelungen vorzugeben, weil wir sehr schnell merkten, dass die Situation je nach Bundesland und familiärer Situation komplett unterschiedlich ist. Es ging uns darum ein gemeinsames Zielbild zu entwickeln, wie mit Flexibilität und Vertrauen trotzdem die Unternehmensergebnisse sichergestellt werden. Außerdem haben wir unseren Mitarbeitern die Option gegeben zusätzlich unbezahlten Urlaub und einige Gleittage zu nehmen. Insgesamt war für uns die offene und kontinuierliche Kommunikation der zentrale Schlüssel.  

Wir können als Unternehmen und Team sehr stolz sein, wie wir durch die Krise gekommen sind. Natürlich haben wir zeitweise Einbußen hinnehmen müssen, aber diese sind im Vergleich zu anderen Unternehmen relativ gering geblieben. Das Konzept unserer Task Forces auf verschiedenen Ebenen (Mitarbeiter Gesundheit & Sicherung der Arbeitsplätze, optimale Kundenbetreuung und finanzielle Sicherheit) hat sich bewährt. Lernen wollen wir immer. Zu Beginn haben wir sehr akut reagiert und uns alle zwei Tage getroffen. Inzwischen sind wir mit der Lernkurve sehr viel weiter. Wir haben ausgearbeitete Pandemiepläne und einen vollständigen Phasenplan, damit wir abhängig vom Infektionsgeschehen innerhalb von wenigen Stunden reagieren können. Natürlich sind wir jetzt deutlich vorbereiteter. Aber im Nachhinein betrachtet, war das schnelle Managen der akuten Herausforderungen und die hohe Flexibilität genau das Richtige.

Wenn du in die kommenden Monate blickst, wie ist deine Prognose in Bezug auf Corona und dem Umgang damit? 

Ich glaube es sind zwei Sachen entscheidend. Corona wird bleiben, wir werden in den nächsten ein bis zwei Jahren mit diesem Thema leben müssen. Umso wichtiger finde ich es, dass wir weniger angstgetrieben damit umgehen, sondern der Wahrheit ins Auge blicken und uns fragen, wie wir künftig gut mit dem Virus miteinander leben. Das fängt damit an, dass wir uns überlegen wie wir künftig unsere Arbeitswelt gestalten wollen und wie unser „new normal“ aussehen wird. Es geht darüber hinaus und wir müssen weiterdenken: Welche Branchen haben gute Wachstumschancen in so einem Umfeld und wie kann ich aus Unternehmenssicht mit neuen Angeboten wieder Impulse setzen. Jede Krise bietet Chancen. Lasst uns positiv in die Zukunft blicken und auf das konzentrieren, was wir gestalten können. Deshalb haben wir entschieden, auch im kommenden Jahr wieder auszubilden. Damit die nächste Generation ihre Chance hat.

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