Elektrostatische Entladung – worauf Betriebe beim ESD-Schutz achten sollten

Elektrostatik kann elektronische Bauteile beschädigen und sie sogar zerstören – Unternehmen kostet das bares Geld. Die hohen Folgekosten und Imageschäden durch einen eventuellen Produktionsstopp können vermieden werden. Was gegen elektrostatische Entladungen und ihre Folgen zu tun ist, welche Schutzmaßnahmen am besten wirken und inwiefern geeignete Verpackungen dabei helfen können, erklären wir Ihnen im folgenden Beitrag.   

Elektrostatik als Gefahr für empfindliche Bauteile

Das Phänomen ist bekannt: Beim Verarbeiten von Leiterplatten, Papier, Kunststoffen, Textilien sowie beim Laufen über Vinylboden entsteht Reibung – man bekommt im harmlosesten Fall „eine gewischt“. Dahinter steckt Elektrostatik. Im Alltag ist das vielleicht unangenehm, aber harmlos. Anders sieht es in der Elektronikindustrie aus. Dort kann Elektrostatik gravierende Konsequenzen haben.

Denn empfindliche Bauteile oder Baugruppen können dadurch beschädigt oder gar zerstört werden. Halbleiter und SMD-Kondensatoren fallen besonders häufig aufgrund von Elektrostatik aus. Auch Schaltungen aus der Hochfrequenztechnik, Diodenlaser, Feldeffekttransistoren, Leuchtdioden und Chips sind sehr empfindliche Produkte – sie vertragen oftmals nur Spannungen von wenigen Volt. VMOS-Transistoren, also Transistoren mit Metalloxidhalbleitern, können beispielsweise bereits bei Spannungen über 30 Volt Schaden nehmen.

Weitere, durch elektrostatische Aufladungen verursachte Probleme sind:

  • Verschmutzung: Wenn Staub elektrostatisch angezogen wird, kann das im schlimmsten Fall zu Prozessstörungen führen, wenn Partikel an Produkten haften bleiben. Beim Umgang mit pyrotechnischen Stoffen kann es sogar zu Explosionen kommen.
  • Personenentladungen: Sie äußern sich in unangenehmen Schlägen beim Berühren von Objekten wie beim oben genannten Beispiel mit der Autotür – nur in viel höherer Intensität.

ESD-Schutzmaßnahmen konsequent umsetzen

Um diese negativen Konsequenzen elektrostatischer Entladung zu vermeiden, müssen Mitarbeiter an gefährdeten Arbeitsplätzen auf besondere Schutzmaßnahmen achten. Dies stellt in der Praxis oft ein Problem dar, weil sich viele verschiedene Gegenstände elektrostatisch aufladen können. Dazu zählen etwa Kleidungsstücke und Getränkeflaschen, aber auch Kunststoffgehäuse von Mess- und Prüfgeräten und Packmittel.

Deshalb gilt es, vorsichtshalber all diese Gegenstände konsequent zu entfernen – und zwar nicht nur vom Arbeitsplatz selbst, sondern auch aus benachbarten Bereichen wie der Warenannahme, der Wareneingangsprüfung, dem Lager, dem innerbetrieblichen Transport sowie der Verpackungs- und Versandabteilung.

Wirkungsvoll sind solche Schutzmaßnahmen allerdings nur, wenn Betriebe sicherstellen, dass keine bereichsfremden Mitarbeiter in ESD-geschützte Bereiche gelangen können. Empfehlenswert ist es, die betreffenden Arbeitsplätze mit Absperrungen oder, falls möglich, sogar mit speziell gesicherten Türen auszustatten.

Checkliste: Richtiges Verhalten in der ESD-Schutzzone

Worauf ist innerhalb von ESD-gefährdeten Arbeitsbereichen der Elektronikindustrie zu achten? Folgende Checkliste hilft Ihnen und Ihren Mitarbeitern, Gefährdungen für Personen und Produkte zu vermeiden:

1. Zugang regeln: Die ESD-Schutzzone darf nur von geschultem Personal oder in Begleitung eines Verantwortlichen betreten werden. 

2. Schutzkleidung anlegen: Zur notwendigen Ausstattung der Mitarbeiter gehört ESD-Kleidung (Oberteile, Jacken, Hosen etc.), ESD-Schuhe sowie Fersen- und Handgelenkbänder. Wichtig: ESD-Kleidung muss geschlossen getragen werden.

3. Messung dokumentieren: Vor dem Betreten der ESD-Schutzzone müssen Mitarbeiter ihre persönliche Schutzausrüstung überprüfen und die Messung dokumentieren.  

Zu beachten sind außerdem spezielle ESD-Verhaltensregeln. Dazu zählen insbesondere folgende Vorschriften:

  • Bei sitzenden Tätigkeiten müssen Mitarbeiter das Handgelenkarmband tragen und anschließen.
  • Die Ablage besonders empfindlicher Bauteile auf metallischen Flächen ist verboten.
  • Ebenso untersagt sind isolierende Ablagen und aufladbare Materialien.
  • Auch bei Verpackungen und Behältern ist darauf zu achten, dass sie ESD-geeignet sind.
  • Zur Reinigung dürfen nur geeignete Pflegemittel verwendet werden.
  • Am Arbeitsplatz sind Essen und Trinken verboten.

Elektronische Bauteile: Auf die richtige Verpackung kommt es an

Wenn elektrostatische Entladungen empfindliche Produkte wie Platinen oder Leiterplatten beschädigen oder deren Lebensdauer verkürzen, liegt das nicht immer am nachlässigen Umgang mit ESD-Schutzmaßnahmen. Mitunter kann auch ein falsch gewähltes Verpackungsmaterial ursächlich sein.

Wir von ratioform bieten unseren Kunden für jede ESD-Anwendung ein passendes Produkt.

Dazu zählen Verpackungen, die die Bestimmungen der DIN Norm EN 61340-5 erfüllen:

Unser Rundum-Service zum Thema ESD umfasst daneben das passende Zubehör wie Trockenmittelbeutel und Feuchtigkeitsanzeiger. Unser breites Standardsortiment deckt eine Vielzahl von Anforderungen rund um die richtige ESD-Verpackung ab. Ergänzend dazu entwickeln wir von ratioform in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden individuelle Lösungen im Bereich Verpackung und Arbeitsplatz für besondere Ansprüche. Sprechen Sie uns hierfür gerne an, Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

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