Müll richtig trennen – Übersicht und Tipps zur richtigen Trennung von Abfällen

Enemene, miste, es rappelt in der Kiste: Ob grüne, blaue oder gelbe Tonne, Müll richtig zu trennen ist Deutschen eigentlich in die DNA eingraviert. Trotzdem passieren noch erstaunlich viele Fehler. Ratioform gibt einen Überblick und nennt Tipps zum korrekten Sortieren und Trennen. Hier kommt das ABC der richtigen Mülltrennung. 

Müll richtig trennen ratioform

Müllarten: Die glorreichen Sieben

Insgesamt gibt es sieben Kategorien, nach denen Müll in Deutschland sortiert wird:

  • Biomüll
  • Altpapier
  • Altglas
  • Verpackungsmüll
  • Elektroschrott
  • Sperrmüll
  • Restmüll

Das Statistische Bundesamt (DESTATIS) hat genauer in die Tonnen geschaut und fand heraus: Knapp 38 Millionen Tonnen Hausmüll fallen pro Jahr in Deutschland an. Auf die Zahl der Bundesbürger herunter gebrochen entspricht das 455 Kilogramm Hausmüll pro Einwohner. Die gute Nachricht: Getrennt gesammelte Abfälle machen den Großteil davon aus. Der Restmüll hat sich in den letzten 35 Jahren fast halbiert. Weniger gut: Fast 40 Prozent der Verpackungen landen noch immer im Restmüll statt im gelben Sack. Somit enden sie in Müllverbrennungsanlagen statt im Recycling. „Ja, aber nicht alles wird recycelt!“, wird manch einer nun protestieren. Stimmt! Und dennoch sollten auch diese Verpackungen in die Gelbe Tonne, weil so wenigstens der Restmüll reduziert wird. Was viele nicht wissen: Mit dem Kauf einer Verpackung hat man die Entsorgung über die Gelbe Tonne bereits bezahlt.

Manche Kommunen wie etwa Dortmund oder Unna sind schon einen Schritt weiter und arbeiten mit der “Wertstofftonne”, anstatt der Gelben Tonne. Der Vorteil: Hier kann alles aus der Gelben Tonne rein, aber auch vieles, was sonst im Restmüll landet. Dazu zählen Aluteelichter, verrostete Nägel, alte Zahnbürsten oder kaputtes Plastikspielzeug. „Stoffgleiche Nicht-Verpackungen” nennen Fachleute dieses Sammelsurium.

Müll richtig trennen: Bußgeld bei falscher Mülltrennung

Wird Müll falsch getrennt, kann die Müllabfuhr die Entsorgung verweigern. Im schlimmsten Fall ist sogar ein Bußgeld fällig. Der Grund: Seit 2015 ist Mülltrennung laut Kreislaufwirtschaftsgesetz generelle Pflicht.

Die Strafen für eine falsche Trennung von Hausmüll sind noch relativ gering. Sie liegen zwischen 10,- und 100,- EUR. Anders sieht es aus bei der illegalen Müllentsorgung. Wird Hausmüll oder Sperrmüll außerhalb von Abfallbeseitigungsanlagen entsorgt, können Bußgelder bis zu einer Höhe von 100.000 EUR fällig werden. Schädigen die Abfälle Gewässer, Luft oder Boden, gilt die illegale Entsorgung sogar als Straftat. Die Folge sind Freiheitsstrafen von mehreren Jahren.

Die 5 größten Irrtümer bei der Mülltrennung

Irrtum: Jedes Papier kommt zum Altpapier

Pizzakarton, Kassenzettel, Fahrkarten, Brottüten, Taschentücher…für viele Menschen zählt dieser Müll ganz selbstverständlich zum Altpapier. Doch weit gefehlt!

  • Müll mit Speiseresten muss über die Restmülltonne entsorgt werden – er lässt sich nicht recyceln. Teils enthalten Pizzakartons und Brottüten auch eine schmutzabweisende Beschichtung. Sie ist ebenfalls nicht wiederverwertbar.
  • Kassenzettel und Fahrtickets werden häufig auf so genanntem Thermopapier gedruckt. Es ist mit gesundheitsschädlichem Bisphenol A (BPA) beschichtet. Auch das gehört in die Restmülltonne. Erfreulich: Seit kurzem kommen immer öfter blaue Kassenbons zum Einsatz. Sie sind frei von Bisphenol und gehören tatsächlich ins Altpapier.
  • Beschichtetes Papier wie Tiefkühlkartons, Aufkleber, Fotos oder Backpapier gehört ebenfalls in den Restmüll. Die Beschichtung ist nicht wasserlöslich, eine Wiederaufbereitung dadurch unmöglich. Das gilt auch für alte Tapeten, Styropor oder Käsepapier.

In die Altpapier-Tonne gehört unbeschichtetes, sauberes Papier wie Briefe, Zeitungen und Zeitschriften, Geschenkpapier, Kataloge, Papiertüten und (saubere) Eierkartons.

Grundsätzlich gehören auch Briefumschläge ins Altpapier. Doch Umschläge mit einem durchsichtigen Fenster müssen zerteilt werden: Der Papieranteil zum Altpapier, die durchsichtige Folie in den Restmüll. Moderne Mülltrennsysteme können diese beiden Elemente zwar auch selber trennen. Aber je sortenreiner der Müll in der Tonne landet, desto besser für das Recycling.

Irrtum: Verpackungen platzsparend stapeln

Verpackungen von Lebensmitteln, wie etwa Joghurtbecher, sollten vor der Entsorgung nicht ineinander gestapelt werden! Besser, um den Müll richtig zu trennen: Deckel runter und alles lose in die Tonne werfen. Der Grund: Die Packungen durchlaufen einzeln die Sortieranlage. Zwar werden verschiedene Materialien in der Sortieranlage automatisiert getrennt. Sind sie ineinander gestapelt, kann die Anlage die Materialkombinationen jedoch nicht erkennen und entfernt die Produkte aus dem Recyclingprozess.

Irrtum: Grün-, Braun- und Weißglas wird wieder zusammengeschüttet!

Für Außenstehende sieht es manchmal so aus, als würden Grün-, Braun- und Weißglas beim Abtransport wieder vermischt. Die Entsorgungsfahrzeuge haben jedoch separate Kammern für die verschiedenfarbigen Gläser. Was noch wichtig ist, um Glas-Müll richtig zu trennen:

  • Blaues oder andersfarbiges Glas gehört in den Sammelbehälter für Grünglas.
  • Falls Sie vergessen haben, die Deckel abzuschrauben: Sie können sehr gut von modernen Glassortieranlagen rausgefischt und recycelt werden.
  • Steingutflaschen gehören nicht zum Altglas, aber in die Gelbe Tonne.
  • Glühbirnen, Keramik und Porzellan müssen in die Restmülltonne.
  • Zerbrochene Gläser, kaputte Spiegel- und Fensterscheiben gehören ebenfalls in den Restmüll.

Generell sind Container für Altglas nur gedacht für Lebensmittel- und Getränkeverpackungen, Arzneimittel- und Kosmetikbehälter. Durch andere Materialien kann das Altglas beim Schmelzen verunreinigt werden, was das Glas Recycling erschwert.

Irrtum: Gelbe Tonne? Nur mit grünem Punkt!

Ob mit oder ohne grünen Punkt: Seit 2009 ist das egal. Alle Hersteller müssen sich einem System angeschlossen haben, das gebrauchte Verpackungen dem Recycling zuführt. Verbraucher sollten Packungen also stets über die Gelbe Tonne entsorgen. Dazu zählt Kunststoff, Weißblech und Aluminium und Verbundverpackungen (zum Beispiel Getränkekartons).

  • Zu den Verpackungen zählen all jene, die direkt im Handel befüllt werden, also etwa Coffee to go-Becher, Styroporboxen, Folien und Einwickelpapier vom Käsestand.
  • Die Packungen müssen nicht gewaschen werden, „löffelrein“ genügt.

Nebenbei erwähnt: Seit dem 1.1.2019 gilt ein Verpackungsgesetz. Es soll dafür sorgen, dass mehr Verpackungen recycelt werden. Zudem soll es dazu anregen, mehr Verpackungen zu produzieren, die auch wirklich wiederverwertbar sind. Noch ist unklar, ob auf diese Art wirklich weniger Müll anfällt und Verbraucher finanziell entlastet werden.

Irrtum: Fleisch in die Biotonne – bloß nicht?

Je nachdem, wie der Bioabfall weiterverwendet wird, sind einzelne „Zutaten“ erlaubt oder verboten. Ob Fisch und Fleisch hineindürfen, hängt von den einzelnen Kommunen ab. Sogar Frittierfett darf mancherorts in die grüne Tonne. Anderswo findet die Entsorgung über den Restmüll statt.

Verlässliche Informationen, inwiefern der Bio-Müll richtig zu trennen ist, erhalten Sie stets beim lokalen Abfallentsorger oder der jeweiligen Kommune. Asche, Tierkot, Staubsaugerbeutel oder behandeltes Holz gehört aber grundsätzlich nie in den Biomüll. Hinein kommen vor allem Pflanzenreste, Obst- und Gemüseabfälle, Kaffee- und Teefilter. Allzu feuchten Müll wickeln Sie vor der Entsorgung besser in Papier.

Seit einigen Jahren setzen viele Verbraucher auf Biokunststofftüten. Kompostwerke lehnen diese Tüten ab. Der Grund: Sie verrotten nicht schnell genug und es bleiben winzige Reste im Kompost. Außerdem können sie nicht von den gängigen Kunststofftüten unterschieden werden. Abfallentsorger versuchen daher, alle Tüten vor der Kompostierung zu entfernen. Ein aufwendiger Prozess, der nicht zu hundert Prozent klappt. Das übrig gebliebene Plastik gelangt schlussendlich über den Kompost auf Ackerflächen oder in heimische Gärten.

Müll richtig trennen: Was übrig bleibt

Sondermüll

Renovierungsabfälle, Reinigungsmittel, Spraydosen, Chemikalien mit Gefahrstoffsymbolen oder quecksilberhaltige Thermometer gehören immer zum Sondermüll. In den Kommunen finden sich Sammelstellen, wo dieser Müll kostenlos entsorgt werden kann (in haushaltsüblichen Mengen). Darüber hinaus ist der Handel verpflichtet, bestimmte schadstoffhaltige Produkte (alte Batterien, Altöl usw.) zurück zu nehmen.

Restmüll

Für die Restmülltonne bleibt nicht mehr viel übrig, wenn alles richtig getrennt wird. Sie ist Auffangbecken für Unrat wie Asche, Tierkot und Streu, verschmutztes Papier, Hygieneartikel, Windeln, Staubsaugerbeutel, defekte Glühbirnen, Filzstifte, Zigarettenkippen, alte Fotos, zerbrochenes Porzellan oder Glas und kaputte Kunststoff- oder Haushaltsgegenstände. Elektroschrott sollte nie über den Hausmüll entsorgt werden. Er gehört auf den Wertstoffhof.

Müllentsorgung – quo vadis?

Die Digitalisierung durchdringt zahlreiche Aspekte unseres Lebens. Künftig soll sie auch dabei helfen, die Müllentsorgung effizienter zu gestalten. Unternehmen tüfteln bereits an Sensoren, die Standort und Füllmenge eines Abfallbehälters melden. So lassen sich Routen von Abfallunternehmen je nach Bedarf besser planen. Das spart Ressourcen, CO2-Emissionen und vermeidet überquellende Mülltonnen.

Über Apps soll künftig sogar der Müllverbrauch einzelner Bürger exakt bestimmt und abgerechnet werden. In der Oberpfalz experimentiert man bereits mit derartigen Lösungen. Ziel der Kommunen ist es, finanzielle Anreize zur Müllvermeidung zu schaffen.

Ein wichtiger Punkt ist die Weiterentwicklung von Recyclingkreisläufen. Viele Verpackungen können bis dato nicht wiederverwendet werden. Häufige Ursachen sind neben fehlerhafter Entsorgung auch die technischen Mängel bei den Sortier- und Recyclingmaschinen. Eine sortenreine Kunststoffsortierung wäre nötig, ist aber technisch heute noch schwer umsetzbar. Doch es wird bereits gesucht und geforscht – etwa am „chemischen Recycling“, dass Kunststoffprodukte in seine Ursprungsbestandteile aufspaltet.

Doch bei aller technischer Innovation sind die ersten Schritte für eine saubere Umwelt stets Müllvermeidung und korrekte Müllentsorgung, denn: Die besten Sortieranlagen nützen nichts, wenn sich Verpackungen weiterhin in Wald und Wiesen finden.

Wir von ratioform haben die Marke terra entwickelt: biologische, kompostierbare und recycelbare Verpackungen. Erfahren Sie mehr dazu in unserem Beitrag „Nachhaltige Verpackungen und kompetente Beratung von ratioform“. 

Haben Sie Fragen oder wollen noch mehr zum Thema Mülltrennung erfahren? Gerne helfen wir weiter – sprechen Sie uns jederzeit an:  

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